Gefahr des Umsatzsteuerbetrugs bei neuen Vertragspartnern

Bei neuen Vertragspartnern ist eine umfassende und detaillierte Überprüfung vorzunehmen. Je höher die mit dem Vertragspartner geplanten bzw. erzielten Umsätze ausfallen, desto höher werden in der Regel die von den Finanzbehörden gestellten Anforderungen an die Überprüfung des Vertragspartners sein.

Überprüfung neuer Vertragspartner - mögliche Ausgestaltung

  • Einholung von Handelsregisterauszügen und sonstigen im Handelsregister oder im Bundesanzeiger niedergelegten Unterlagen (z.B. Gesellschaftsverträge, Satzungen, Gesellschafterlisten, Jahresabschlüsse, etc.).
  • Überprüfung des Internetauftritts, der angegebenen Telefonnummern, Identität der handelnden Personen, Besichtigung der Firmenräumlichkeiten des Vertragspartners.
  • Anforderung von Gewerbeanmeldungen, Gewerbeabmeldungen und Gewerbeummeldungen.
  • Einholung von Auskünften von Wirtschaftsauskunfteien (z.B. Creditreform).
  • Bevorzugte Auswahl von Lieferanten mit entsprechenden branchenspezifischen Lizensierungen.
  • Anforderung von steuerlichen Unbedenklichkeitsbescheinigungen oder bei Bauleistern eine Freistellungsbescheinigung zum Steuerabzug bei Bauleistungen gemäß § 48b Abs. 1 Satz 1 EStG.
  • Alternativ besteht die Möglichkeit, vom steuerlichen Berater des Vertragspartners eine Bestätigung einzuholen.
  • Das Bundeszentralamt für Steuern regelt die Überprüfung einer ausländischen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, im Zuge einer Bestätigungsanfrage ( Anfragen sind schriftlich, telefonisch und über das Internet möglich).
  • Überprüfung einer deutschen Umsatzsteuer-Identifikationsnummer können über das MwSt-Informationsaustauschsystem (MIAS) der Europäischen Kommission oder über ein dem Online-Abfrageportal des Bundeszentralamts für Steuern vergleichbares Online-Abfrageportal eines anderen Mitgliedstaats gestellt werden.

Stand: August 2013